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Der zerbrochne Krug

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  • Theater
  • Schauspielhaus Graz
  • 2010
«Raffiniert verschränkt, entwickelt sich ein beinahe ins philosophische schraubender Diskurs, der doch immer ganz nahe am (Theater)Leben bleibt, greifbar scheint und sonnenklar, wie von Bühnenscheinwerfern beleuchtet.»
nachtkritik
«Ein Abend, der sich als Kleinod erweist – und als Prototyp einer Langzeitserie gelten darf.»
Kleine Zeitung

Termine

    • 5. Mai 2011
      • Theater Heidelberg, Heidelberger Stückemarkt
    • 10. Februar 2011
      • Schauspielhaus Graz
    • 24. Januar 2011
      • Schauspielhaus Graz
    • 16. Januar 2011
      • Schauspielhaus Graz
    • 9. Januar 2011
      • Schauspielhaus Graz
    • 21. Dezember 2010
      • Schauspielhaus Graz
    • 9. Dezember 2010
      • Schauspielhaus Graz
    • 27. November 2010
      • Schauspielhaus Graz
      • Premiere/Uraufführung

Wie kaum ein anderer hat Heinrich von Kleist an der Bürde der sprachlichen Subjektivität gelitten.  Wirklichkeits- und Identitätskrisen dominieren sein Werk. Immer wieder benutzt der Autor die Mehrdeutigkeit der Sprache, um das Problem ihrer Unzuverlässigkeit aufzuzeigen. Dabei stellt er radikal das Mittel seiner künstlerischen Darstellung wie auch die Konzeption von Wahrheit in Frage.

Dies ist der Ausgangspunkt für Nikitins vierte Theaterinszenierung und Stückentwicklung. Weil er damit rechnet, auf institutionell bedingte Schwierigkeiten während der Proben zu stossen, benutzt er für seine erste Stadttheaterarbeit nicht nur Kleists Text sondern auch sein eigenes Stück „Imitation of Life“ als Vorlage. Manche Szenen - der Schauspieler, der darüber spricht, wie er Emotionen herstellt und dann tatsächlich zu weinen beginnt; die flackernden Leuchtstoffröhren, die sich zu Charles Ives „Unanswered Question“ zu einem Lichtspektakel transformieren - sind beinahe eins zu eins adaptiert.

Damit setzt Nikitin eine Praxis des Samplings fort, die er mit seinen vorherigen Inszenierungen begonnen hat. „Der zerbrochne Krug“ ist ein Remake von „Imitation of Life“ und zugleich ein Essay über die Frage nach der Erkennbarkeit und Darstellbarkeit der Welt.
Nach „Woyzeck“ ist es Nikitins zweite Arbeit, die einen Klassiker des Theaterkanons als Vorlage für eine eigene Arbeit nimmt. 

Idee, Bühne & Regie
Boris Nikitin
Ausstattung
Matthias Meppelink
Darsteller & Texte
Michael Jackenkroll, Gustav Königs
Dramaturgie
Regula Schröter
Regieassistenz
Manuel Czerny
Trailer Schauspielhaus